Über die Problematik der Beziehung in Europa.


Seitdem ich nach Europa, Tschechien zuerst und dann Deutschland, umgezogen bin, um meine Karriere zu beginnen, hört mein Geist nicht auf, Vergleiche zu machen zwischen Ägypten, wo ich zuerst auf dem Lande geboren und aufgewachsen bin und später nach Kairo für Studium und Arbeit Umzog und demzufolge neusozialosiert wurde,  da es einen riesengroßen Unterschied zwischen Dorf und Stadt in Ägypten gibt, und dem neuen Milieu. In dem schönen Prag bin ich gelandet und habe unglaublich schnell einen Freundeskreis gesammelt. 3 Monate Später zog ich nach Deutschland. Tatsächlich liegt kein erwähnenswerter Unterschied zwischen Prag und Berlin oder Leipzig. Europ
äische Kultur!

    Als Junge fällt mir am allerersten das Mass der Beziehung zwischen Jungs und Mädels auf, die alles miteinander grenzenlos machen können. Dass das auch von der Gesellschaft anerkannt ist und die Werte und Normen nicht verletzt, schien mir  im ersten Moment als eine vertragslose, oft kurzfristige und von beiden Partnern geistig vereinbarte Eheschließung. Allerdings war ich enttäuscht, als ich von der Statistik erfahren habe, dass trotz der Möglichkeit, sich sozusagen eine Heiratsprobe vor der Heirat in Anspruch zu nehmen,  jede zweite Ehe geschieden wird. Heirat gilt in diesem Fall nur als amtliche Beglaubigung der Beziehung beim Standesamt oder in der Kirche. Ob das aber mit der grenzenlosen Freiheit des europäischen Menschen, der/die jederzeit seinen/ihren Partner/Partnerin ändern kann, vereinbar sein kann, ist hier die wichtigste Frage. In Deutschland herrscht das Sprichwort „ Trauschin ist kein Garantieschein.“

Während Jungs und Mädels in Europa sich jederzeit, auch in Mitternacht,  treffen, Bier und Wein trinken, Partys machen, sich küssen und sogar Sex miteinander haben, können ihre gleichaltrigen Jungs in den islamischen Ländern höchstens  sich am Tag verabreden und vielleicht Kaffee trinken mit sehr wenigen Ausnahmen, die echt auf den Fingern zu zählen sind und sozial geächtet werden.

    In Europa haben sogar 14-Jährige sexuelle Erfahrung, mit der die meisten Eltern einverstanden sind. Gerade dies wundert mich. Dafür, dass trotzdem Frauen sexuell belästigt werden, manchmal sogar am Arbeitsplatz, fand ich bisher keine Erklärung.


Was mir an der Beziehung zwischen Jungs Mädels in Europa sehr gefällt, ist es, dass sie eins sind und keiner über den anderen dominiert, wie es in unseren von Maskulinität geprägten Gesellschaften der Fall ist. Maskulinität ist of der Grund der Scheidung einer Ehe.

   Jungs und Mädels in Europa haben auch die Möglichkeit, ihre Gefühle in jeder beliebten Form auszudrücken, während die Gefühle der Jungs in der arabischen Welt wegen religiös geprägter Werte und Normen oft ungeahnt bleiben und später psychische Probleme verursachen. Das ist einer der Gründe, warum die Religion als ein Faktor der Rückständigkeit angesehen wird, der aufgrund geschichtlicher Veränderungen nur eine kleine oder gar keine Rolle mehr im Leben des Einzelnen spielen soll.

Das ständige Nachdenken hat mich dazu geführt, mit engen Freunden und Freundinnen darüber zu diskutieren, wie sie sich z.B nach der Trennung einer 3-jährigen Beziehung fühlen und ob sie eine Erklärung dafür haben, wie sie erst nach drei Jahren festgestellt haben, dass es nicht klappt. Als Antwort meinten sie: " Eine Trennung nach langjähriger Beziehung ist schmerzhaft. Man fühlt sich verletzt, aber wir können nicht mehr zusammenleben, sobald wir feststellen, dass wir zueinander nicht mehr passen. Schnell findet man auch einen anderen Partner, der seine Persönlichkeit anspricht.

   Als emotionaler  Orientale und Muslim, der unter Heirat nur Stabilität versteht, habe ich mich gefragt, wie es mir dann geht, wenn meine Freundin eines Tages mir mitteilt: " Ich stelle nun fest, dass wir zueinander nicht mehr passen. Du bist nicht der Kerl meines Traums." Das gilt natürlich als ein erheblicher Schock und bedeutet, dass diese Beziehung nicht aus Liebe war. Das hat mich auch dazu geführt, zu fragen, warum fast eine Hälfte der Ehen geschieden wird. Auf einem Internetblog  findet man unter anderem folgende Meinungen:

-Die Vorstellung von romantischer Liebe, die ein Leben lang glücklich machen soll, ist der Fehler, meinte eine 3-jährige Frau.

-Viele sind arm an Erfahrung, mit Konflikten umzugehen, Eine 40-jährige Frau

-Ein Mann meinte: "Mir scheint, wenn Frauen eher den finanziellen Verlockungen einer Scheidung widerstehen könnten, und die Scheidungen nur auf WIRKLICH zerrüttete Ehen beschränkt blieben, dann wäre schon mal viel gewonnen. Es würden nicht nur die Männer und Kinder profitieren, sondern auch die Frauen."

-"Weil man immer auf der Suche ist, Neue zu finden."

-"Nach einer Zeit des gemeinsamen Weges ist es aber die Regel, dass man sich unterschiedlich entwickelt. Unterschiedlich im Tempo, den Interessen oder dem Gemüt.
Das ist weder schlecht noch zu bekämpfen oder zu unterdrücken. Sondern einfach hinzunehmen und zu bewerten: Entweder man kann damit leben oder nicht. Und wenn nicht, dann kann man doch auf eine gute Zeit zurückblicken und sich in Freundschaft trennen."[1]

Im Endeffekt erinnert mich die Beziehung in Europa an die Angst der Europär vor der Heirat der Minderjährigen. Wenn man das näher betrachtet, findet man die Beziehung der Minderjährigen in Europa, mit der alle Eltern einverstanden sind, der genannten Heirat vergleichbar ist, allerdings ohne Vertrag. Beziehungen in Europa sind immer kurzfristiger, während Heirat der Minderjährigen, mit der ich natürlich gar nicht einberstanden bin,  manchmal ewig dauert. Das beudetet, dass jede Gesellschaft ihre eigenen Probleme hat, nur in anderer Form. Die Situation der Familie in Europa wird dabei immer schlimmer und die Soziologen warnen vor einem Sich-Abschaffen der Familie.





[1] Vergleiche: https://www.elitepartner.de/forum/frage/warum-wird-fast-jede-zweite-ehe-geschieden-gruende-fuer-heirat.27175/

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